…ein HR Business Partner bei KORIAN?

Nils Swetlik (42) seit fast zwei Jahren als HR Business Partner beschäftigt und insgesamt seit über neun Jahren bei Korian. Leider kann man sich nur wenig unter seiner Berufsbezeichnung Human Resources Business Partner vorstellen.
Deshalb: Nils, ich hätte da mal ein paar Fragen…

Was macht ein HR Business Partner und wie läuft ein typischer Tag bei dir ab?
Nils:
Ich berate die Einrichtungsleitungen zu allen Personalfragen. Ich unterstütze und berate bei arbeitsrechtlichen Fragen oder bei Recruiting- bzw. Personalgewinnungs-Themen. Ich bin aber auch bei Vorstellungsgesprächen für potenzielle Einrichtungsleiter dabei.
Mein „typischer“ Tagesablauf beginnt bereits ziemlich früh, im Auto auf dem Weg zu einer meiner 36 Einrichtungen aus der Region Mecklenburg-Vorpommern bis Thüringen. Vor Ort bespreche ich dann mit der jeweiligen Einrichtungsleitung die aktuellen Personal-Themen. Diese sind immer sehr vielfältig und natürlich individuell und abwechslungsreich.
In einem klassischen Büro bin ich also nicht, sondern eher viel unterwegs und immer da, wo gerade Unterstützung benötigt wird.

Das klingt ja schon mal sehr interessant. Aber wofür genau bist du verantwortlich?
Nils:
Ich bin quasi Berater und Coach – auch Sparringpartner genannt – in allen Personal-Themen für den zuständigen Regionalleiter. Ich unterstütze bei der Personalfindung und -gewinnung und bin bei allen Punkten zu diesen Themen der Ansprechpartner.

Das heißt aber auch, dass du sehr flexibel sein musst, richtig?
Nils:
Ja, man muss auf alle Fälle flexibel sein. Ich bin immer sehr viel unterwegs – ca. 12 000 km in etwa drei Monaten – und auch natürlich dann, wenn es gefragt ist und auch dort, wo es nötig ist. Feste Arbeitszeiten sind schwer unter zu bringen.

Und was für Voraussetzungen bräuchte ich, wenn ich auch HR Business Partner werden möchte?
Nils:
Fachlich benötigt man sehr gute arbeitsrechtliche und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Man braucht eine gute Menschenkenntnis und Erfahrung im Personalbereich. Man muss flexibel sein, gut analysieren und stets einen Überblick behalten können, denn die Aufgaben sind sehr vielfältig.

Okay verstehe. Und wie bist du persönlich zu deinem Beruf gekommen?
Nils:
Oh, das war eigentlich nie so geplant, dass ich irgendwann einmal im Personalbereich arbeite. Ich habe mein Altenpflegeexamen Mitte der 90er Jahre gemacht. Nach einiger Zeit in der Pflege habe ich mein Diplom in Pflegemanagement absolviert. Dann ging meine Karriere als Qualitätsbeauftragter, als Pflegedienstleitung und schließlich als Einrichtungsleiter weiter. Bis vor eineinhalb Jahren war ich noch Leitung in einem unserer Häuser.
Als ich auf die freie Stelle des Human Resources Business Partners aufmerksam geworden bin, habe ich mich direkt beworben und siehe da, es hat geklappt! Ich war bereits als Einrichtungsleitung eng in die Personalthemen eingebunden und von daher sehr interessiert. Also warum die Chance nicht nutzen und seinen Horizont erweitern?

Wie soll es dann bei dir beruflich weitergehen? Hast du noch weitere Ziele in der Zukunft?
Nils:
Eine sehr gute Frage! Vielleicht werde ich Regionalleitung – das könnte ich mir zumindest gut vorstellen. Da ich ein Quereinsteiger bin, möchte ich mich aber auf alle Fälle noch weiterentwickeln und tiefer in die Materie der HR-Themen eintauchen. Dafür würde ich gegebenenfalls auch nochmal studieren.

Wie bist du eigentlich überhaupt auf die Pflegebranche aufmerksam geworden?
Nils:
In den Neunzigern gab es noch den Zivildienst. Da bin ich dann wohl hängengeblieben. Aber ich wollte auch den Beruf des Altenpflegers lernen. Damals war mir nicht bewusst, dass man auch Karriere in der Altenpflege machen kann!

Das war damals auch noch nicht so transparent, da gebe ich dir Recht. Was gefällt dir jetzt besonders gut an deinem Beruf?
Nils:
Dass ich viel unterwegs bin. Ich arbeite nach wie vor gerne mit Menschen zusammen. Das tue ich vielleicht nicht mehr so wie früher am „Bett“, aber mit den Menschen vor Ort in den Einrichtungen. Die „Pflege“ fand ich schon immer interessant, vor allem jetzt aus dem Blickwinkel als HR-Business Partner.

Wie motivierst du dich jeden Tag bzw. woher nimmst du deine tägliche Motivation?
Nils:
Ich habe tolle Kollegen. Das ist schon mal das A und O. Zudem treffe ich sehr motivierte Führungskräfte vor Ort und das macht einfach Spaß und motiviert auch selbst.

Ich glaube auch, dass Kollegen mit unter die größte Motivation in einem Unternehmen sein können.
Nun möchte ich aber auch noch ein bisschen was über dich persönlich erfahren.
Bist du verheiratet, hast du Kinder oder bist du auch privat viel allein unterwegs?

Nils:
Ich bin verheiratet und habe zwei zwölfjährige Töchter (Zwillinge). Wir leben im Norden von Berlin. Neben dem Familienvaterdasein bin ich leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Zum Leid meiner Familie, da ich mich gerade für mein großes sportliches Ziel vorbereite. Im August fahre ich von Paris nach Brest und wieder zurück nach Paris. 1200 Kilometer in 84 Stunden. Das frisst natürlich viel Trainingszeit. Was mich sonst noch so interessiert und rumtreibt sind die Fotografie und meine Band, in der ich selbst Bass spiele.

Wow! Da bist du ja wirklich viel beschäftigt. In dem Zusammenhang kommen wir auch schon zu meiner letzten Frage:
Du hast vorhin schon erwähnt, dass man sehr flexibel sein muss, wenn man als HR Business Partner arbeiten möchte. Lässt sich denn dein Beruf gut mit deinem Privatleben vereinbaren?

Nils:
Ich finde, das lässt sich gut miteinander vereinbaren. Natürlich muss man alles gut organisieren, um alles unter einen Hut zu kriegen, aber das ist denke ich in jedem Beruf so und geht jedem berufstätigen Elternteil so.

Nils, ganz lieben Dank, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast und so ausführlich und ehrlich geantwortet hast. Viel Erfolg bei deiner Radtour im August!
Nils: Gern geschehen und vielen Dank! Ich gebe mein Bestes!